20 Jahre Godot-Plus - Die Chonik

Text : Eva Lenzenhuber, Geschäftsführung Godot-Plus

 E-Mail:   el@godot-plus.de

 Telefon: +49 241 94379271

1997

Eigentlich wollte ich ja Modedesignerin werden! Aber Pläne sind ja bekannterweise dazu da, geändert und optimiert zu werden.
Traumberuf Modedesignerin: So sah meine ursprüngliche Vision aus, als ich mich 1997 an der RSKA – Rhein-Sieg–Kunst-Akademie* mit meiner Mappe für die Studiengänge Mediengestaltung und Modedesign bewarb. Doch es kommt zum Glück immer anders als man denkt.

Einer handwerklichen Ausbildung gleich, wurde an der Akademie ein echt spannendes und lehrreiches Rund-Um-Paket von der Pike auf gelehrt: Nicht nur die üblichen Verdächtigen wie Layout, Satz, Mediendesign, Industriedesign und Programmierung standen hier auf dem Lehrplan. Oh nein, wir hatten sogar das Privileg von großartigen Künstlern wie Nikolai Fedkovic (Kalligrafie), Junus Karimov & Klaus Päkel (Zeichnung & Malerei) und Ron Meier (Illustration) unterrichtet zu werden.


Zwar wurde mir „das Auge für die Fotografie“ quasi in die Wiege gelegt, dank der fundierten Ausbildung durch unseren Dozenten Gregor Tamm konnte ich nun aber zusätzlich das technische Wissen in den Bereichen Film & Fotografie grundlegend vertiefen. Von der Erstellung von Storyboards für Drehbücher, die Kunst der Schnitttechnik sowie einmal quer durchs Fachwissen der Fotografie bis hin zur Entwicklung von Negativen war alles geboten, um uns als Profis in die großartige Sphären der unendlichen Motive zu entlassen.



Je mehr Einblick ich während der neun Semester in all diese neuen Welten gewann – und obwohl Modedesign ebenso so faszinierend war, wie ich es mir vorgestellt hatte, – desto überzeugter gelangte ich zur Erkenntniss, dass meine endgültige Berufung Mediengestalterin & Fotografin sei.
* (2004 konzeptionell und namentlich geändert in Rhein-Sieg-Akademie "RSAK")
2002

… schloss ich das Studium mit Bestnote des Semester-Jahrgangs und den Titeln Diplom in Grafik-Design sowie dem thematisch gekoppelten Zusatzdiplom in Mode-Design ab:

 

Mein Diplom-Thema:
Entwicklung & Vermarktung von 'deepcore' – Multifunktionale Snowboardbekleidung.

Für meine Diplomarbeit galt es, einen Business-/Marketingplan mit Alleinstellungs-Merkmalen gegenüber der Konkurrenz am realen Snowboard-Bekleidungsmarkt zu erstellen sowie die entsprechenden Marketing-Maßnahmen zu entwickeln und visuell umzusetzen. Die Diplomarbeit umfasste zudem die Anfertigung aller Schnittmustern, das Nähen der Kollektionen, Fotoshootings im realen Umfeld, Layout der Kataloge, Konzeption und Programmierung/Gestaltung des Internetauftritts als auch das Design einer allumfassenden Geschäftsausstattung.

Im Frühjahr 2002 wurde die Diplomarbeit abschließend im Rahmen einer Ausstellung der fünfköpfigen Prüfungskommission präsentiert. (s. Zeitungsartikel rechts)
Während meines Studium absolvierte ich sowohl mehrere Praktika als auch diverse studentische Nebenjobs. Unter anderem bei STRABAG in Köln, Abteilung Marketing; IT-Beratungshaus CONET in Hennef, Abteilung Grafik; Opernhaus Köln, Abteilung Maskenbildnerei sowie bei der Modedesignerin Theresa Wolff in Köln, Bereich Schneiderei, um nur einige davon zu nennen. Während dieser Zeit zeichnete sich für mich deutlich ab, dass ich mich in Richtung Medienkommunikation orientieren würde. Zudem wurde mir klar, dass ich mich auf jeden Fall nach dem Diplom selbständig machen wollte: Ich erkannte, wie wichtig es ist, dem Auftraggeber persönlich in die "Seele"zu schauen, damit man exakt das visualisieren kann, was er fühlt und wünscht.
deepcore – snowboard gear
deepcore – snowboard gear

Kaum hatte ich meine Diplome in der Tasche, erhielt ich zwei großartige Jobangebote, die meine Entscheidung noch einmal kurzfristig ins Schwanken brachten. Im Prüfungsausschuss unserer Diplomprüfung saß unter anderem ein von allen Prüflingen "gefürchteter" Repräsentant der renommierten Agentur Grey aus Düsseldorf. Offensichtlich war er während der Prüfungen auf mich aufmerksam geworden, denn kurze Zeit später erhielt ich ein überraschendes, schriftliches Angebot von ihm, bei Grey als Mediengestalterin einzusteigen, ohne dass ich mich je dort beworben hatte. Das zweite Angebot erhielt ich vom Direktor der RSKA: eine Dozentenstelle für Modedesign an der Rhein-Sieg Kunstakademie.

Trotz der großartigen Angebote entschied ich mich letztendlich, lieber den Sprung ins kalte Wasser zu wagen und gründete die  Agentur 'torqueflite'.
Der Einstieg in die Selbständigkeit wurde mir recht leicht gemacht, denn drei befreundete Kommilitonen hatten sich bereits im Laufe ihres Studiums als Arbeitsgemeinschaft in der Tapetenfabrik Bonn niedergelassen. Schnell stellten wir fest, dass sich unsere Fachbereiche doch durchaus zu einer spannenden Kooperation mit großer Dienstleistungsbandbreite bündeln ließe. Die "Jungs" hatten sich je auf die Bereiche Webdesign, Fotografie und Programmierung spezialisiert. Und ich, eher auf Printmedien ausgerichtet, fand nach Studienabschluss ebenfalls in der alten Fabrikhalle mein kreatives "zu Hause". Gemeinsam starteten wir durch, in ein spannendes Agenturleben mit vielen verrückten Ideen.
Unternehmenssignet 2002 - 2005
Unternehmenssignet 2002 - 2005

So entstand dann auch bei einem der vielen Creative-Sit-ins, zu denen wir gerne unsere Füße im Plantschbecken baumeln ließen: 'magbo, das erste Stadtmagazin für Bonn im Pocket-Format'. Nach großem Einsatz aller Beteiligten –  vor allem dank großartiger, ehrenamtlicher Unterstützung der "Jungs" –, konnte ich 'magbo' bereits nach wenigen Monaten als Herausgeberin drucken und in allen Bonner Gastronomien zur Gratis-Mitnahme auslegen lassen.
Stadtmagazin im Pocketformat ‘magbo‘
Stadtmagazin im Pocketformat ‘magbo‘

2005

Zur Gründungszeit der Arbeitsgemeinschaft der "Jungs" war ihr Blick auf der Suche nach einem passenden Namen zufällig auf ein Buch gefallen: "Warten auf Godot" von Samuel Becket. Gesehen, erkannt, benannt: 'Projekt Godot' war geboren. Die Wahl des Namens meiner Agentur hatte ich jedoch nicht ganz so optimal getroffen, denn 'torqueflite' hatte seinerzeits ziemlich häufig zu recht amüsanten orthografischen Missverständnissen geführt. Deshalb entschied ich 2005, meine Agentur in 'godot-plus' umzubenennen. Das hatte den Vorteil, dass die an 'Projekt Godot' angelehnte Namensgebung für gemeinsame Kunden ein zusammenhängendes Konzept ergab und ich dennoch unabhängig meine Eigenständigkeit aufrecht erhielt.
Schon innerhalb dieser ersten drei Jahren hatte ich das große Glück, mir einen breit gefächerten Kundenstamm aufbauen zu können, den ich nicht zuletzt auch der  Weiterempfehlung zufriedener Kunden zu verdanken habe. An dieser Stelle auch heute noch meinen größten Dank dafür!
Unternehmenssignet 2005 - 2019
Unternehmenssignet 2005 - 2019

2007

…bot sich mir die Gelegenheit, mich mit 'godot-plus' in einem denkmalgeschützten Gebäude aus dem Jahre 1801 in Aachen niederzulassen. Das 'Projekt Godot' war im Begriff sich aufzulösen und so entschied ich kurzerhand, mich mit 'godot-plus' in den neuen Räumlichkeiten mit ihren außergewöhnlichen, über vier Meter hohen Tonnengewölbedecken einzurichten und machte diesen Ort zu meiner neuen inspirativen Kreativ-Oase mitten im Zentrum Aachens.

Seit dem entstehend hier, in den historischen Gemäuern der ehemaligen Nadelfabrik Beissel, all die kreativen Gestaltungsideen für einen ganz exklusiven Kundenkreis.

Arbeiten unter Palmen in historischen Gemäuern
Arbeiten unter Palmen in historischen Gemäuern

2008-2014

… betreute ich viele Praktikanten, weshalb ich persönliche Sonder-Projekte bewußt zurückgestellt hatte. Denn ich sah  - und sehe - meine Aufgabe darin, meinen Schützlingen wirklich etwas beizubringen. Ein Praktikum bei ‘godot-plus‘ zu machen, bedeutet Einführung/Vorbereitung in/auf das reale Arbeitsleben als Kreative(r). Dabei erhalten die Praktikanten feste Zeiten für Schulungen in den gängigen Grafikprogrammen, Schrift- und Farblehre, Unterstützung für Mappenvorbereitung und die Gelegenheit zur Konzeption und Umsetzung fiktiver Projekte sowie Betreuung kleiner realer Kundenaufträge in den Bereichen Print, Web und Fotografie.
 Die meisten Agenturen setzen sehr gute Vorkenntnisse der Praktikumsanwärter in den gängigen Grafikprogrammen voraus. Viele am Beruf des Mediengestalters Interessierte kommen jedoch geradewegs von der Schule und haben kaum Gelegenheit, diese Vorkenntnisse im Vorfeld zu erlangen. Wertvolle Zeit geht für sie verloren. Oftmals fehlen ihnen auch die finanziellen Mittel, die sehr kostspieligen Programme zu erwerben, um sich im diese einzuarbeiten. Deswegen ist es mein Anspruch als Unternehmensleitung von ‘godot-plus‘, genau diese Lücke zu schließen. 

Als Ausgleich unternahm ich mit meinem Partner in diesem Zeitraum so manch spannende Fotoreise. Mehrere davon führten uns aufs Festland von Spanien. Meine Lieblingsdestination wurde dabei die außergewöhnliche Region Exremadura in Westspanien. Und da ich nun einmal nie gänzlich ohne eigenes "Nebenprojekt" durchs Leben gehen kann, lag es nahe, sich diesmal eben einer neuen Sprache zu ermächtigen: Spanisch. Die Grundkenntnisse waren schnell im Selbststudium erlangt, Feinheiten der Grammatik und freies Sprechen vertiefte ich abschließend an der Academia de Español in Aachen.

2014

…war es dann doch wieder Zeit für eigene Herzensprojekte - also erhielt das Portfolio von 'godot-plus' endlich die langersehnte Erweiterung um ein mobiles Fotostudio. Gleichzeitig erblickte das hauseigenen Bildarchiv [picart]by godot-plus das Licht der Welt und wird bis heute kontinuierlich auf die bevorzugten Themengebiete der Kunden angereichert.


Veröffentlichung von Kukubuk, Band II.
Unternehmensbereich Fotografie unter der Bezeichnung [:picart]
Unternehmensbereich Fotografie unter der Bezeichnung [:picart]

2016

…habe ich es einfach mal gewagt, mein Können als Fotografin auf den Prüfstand zu stellen und bewarb mich bei einem SIGMA-Fotowettbewerb. Aus dieser ging ich als Finalistin hervor. Es ist immer ratsam, sein Können hin und wider durch professionelle Instanzen bewerten zu lassen, neue Motivation daraus zu schöpfen und frisch inspiriert die nächsten Projekte zu starten.
Link zu den SIGMA-Fotowettbewerbfinalisten
Einreichung SIGMA Fotowettbewerb
Einreichung SIGMA Fotowettbewerb

2017

…die Zeit vergeht wie im Flug; 15-jähriges Unternehmensjubiläum.

Neben der täglichen Arbeit hatte ich einen zeitlich kurzen Abstecher in die Welt der Sportografen gemacht. Eine interessante Erfahrung, doch leider musste ich schon nach kurzer Zeit feststellen, dass sich die Tätigkeit als Sportograf nicht mit meinem alltäglichen Arbeitspensum vereinen lässt. Denn nun waren zusätzlich zu meinen mehr als 10 Stunden-Arbeitstagen auch noch die Wochenenden komplett verplant. Events, wie zum Beispiel das Muddy Angel Rennen in Brüssel wurden natürlich immer schon in den allerfrühsten Morgenstunden angefahren, damit man sein Equipment rechtzeitig in Stellung gebracht hatte, bevor das Rennen startet. Das frühe Aufstehen war für mich nicht das Problem, doch Körper & Geist hissen irgendwann dann doch die weiße Flagge, wenn man monatelang hochkonzentriert sieben Tage die Woche durcharbeitet. Und der Lieblingsmensch an meiner Seite ebenfalls  ;-)
Dennoch war es die Aufopferung wert, diese Erfahrung einfach mal mitgenommen zu haben.
2018

… wurde ich schon wieder hibbelig und fasste den Entschluss, ein weiteres Studium zu beginnen, um das Leistungsangebot für Kunden und Geschäftspartner von 'godot-plus' noch attraktiver und reichhaltiger zu gestalten. Nach Abschluss als Geprüfte 3D-Design-Designerin würde ich zukünftig realistische, dreidimensionale Darstellungen von Prototypen und Objekten anbieten können.
2019

…inspiriert durch die Eindrücke einer Reise hat 'godot-plus' ein neues Antlitz erhalten: eine neue Farbwelt, ein neues Design, nicht zuletzt ein Facelifting des Signets. Natürlich hatten sich aber die wichtigsten Grundwerte nicht geändert. Nach wie vor setzt 'godot-plus' auf Effizienz, Flexibilität, Kompetenz, innovative Kreativität, ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis aber auch ein hohes Maß an Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit. Außerdem bleiben individuelle Betreuung sowie eine, den Projekten angemessen schnelle, fristgerechte und gewissenhafte Umsetzung die oberste Devise von 'godot-plus'.

Impressionen einer Reise

Unternehmenssignet seit 2019
Unternehmenssignet seit 2019

2020

…hatte bereits den Turbo angeworfen – bis… – ja bis Corona kam. Viele Fotoaufträge, die ich gerade durch die neue Partnerschaft mit dem TopMagazin Aachen über den Herausgeber Frank Tolksdorf erhalten hatte, konnten zu Beginn des Jahres noch gerade realisiert werden, bevor der Lockdown dazu führte, dass das, was just so großartig begonnen hatte, mit einem Schlag zunichte gemacht wurde. Dennoch bin ich dankbar für die spannenden Shootings, die ich noch verwirklichen konnten. Immerhin blieben mir trotz Lockdowns noch jene Fotoaufträge, die sich trotz Social Distancing umsetzen lassen konnte. Einer dieser Aufträge war die Gestaltung einer Fotoserie, die 2021 in Form von Akustik-Optimierung in Großformat auf Leinwand gebracht wurde

TopMagazin Aachen – Portrait Eva Lenzenhuber
TopMagazin Aachen – Portrait Eva Lenzenhuber

2021

Veröffentlichung von Kukbuk, Band III. Ganz nach dem Motto "Das Auge isst mit!" habe ich die neue Ausgabe meines zucker- und mehlfreien Rezeptbuchs dieses mal mit einer Lowkey-Fotografie-Serie illustriert. Es wurde das Dankeschön an alle Kunden und Geschäftspartner von 'godot-plus' zum neuen Jahr .

 

Exemplar (2. Auflage) bestellen

 

Und weil die Pandiemie mich leider immer noch in meiner Bewegungsfreiheit stark einschränkte, dachte ich, es sei der ideale Zeitpunkt mal wieder eine weitere Sprache zu lernen: Norwegisch. Warum? Keine Ahnung - das wird sich aber bestimmt noch zeigen ;-)

Rezepte, Fotografie & Gestaltung: Godot-Plus
Rezepte, Fotografie & Gestaltung: Godot-Plus

2022

20-jähriges Unternehmensjubiläum – trotz Corona. Ein Grund ein klein wenig stolz zu sein. Aber nicht auf mich, sondern auf all die Kunden und Geschäftspartner, die ‘godot-plus' trotz schwerer Zeiten, die alle durchlebt haben, die Treue gehalten haben. Germeinsam haben wir hoffentlich die heftigste Zeit der Pandemie überwunden und sehen einer erfolgreichen Zukunft entgegen.



Ein Text von Eva Lenzenhuber, Geschäftsführung
Dipl. Grafik-Designerin, Dipl. Mode-Designerin